Kerwejazz - Zehnthaus Jockgrim

 

Am 12.08.18 spielten die Windflüchter, unterstützt von der Tänzerin Anni Fast im Zehnthaus

Quelle             Kultur Regional     23.07.2018

Frische Brise durch die Klangwelten

20.07.2018  Windflüchter spielt Konzert in Kleinniedesheim von Birgit Karg

Mit ihrer Weltmusik, die ganz ohne Texte auskommt, begeisterte die Band Windflüchter um den Mannheimer Gitarristen Rainer Kröhn am Freitag rund 100 Zuhörer in Kleinniedesheim. Unter dem Motto „heute ist morgen von gestern“ lieferte das Trio auf Einladung des Rhein-Pfalz-Kreises und der Verbandsge-meinde Lambsheim-Heßheim in der Reihe „Kultur im Schloss“ den passenden Soundtrack für einen launigen Sommerabend.

 

Die Naturbühne des Rondells am Schlossgarten bietet das ideale Ambiente für das Instrumentalkonzert. Im Schatten des Hochzeitspavillons lassen die zwischen Lavend-elstauden sitzenden Zuhörer die Woche entspannt ausklingen – mit einem Glas Wein oder Secco in der Hand, am Horizont das lokale Rebenmeer. Für dezente Hintergrundakustik sorgen die plätschernden Kaskaden des Sandsteinbrunnens. Schon die ersten Fingerübungen von Jose Pedro auf den metallenen Lamellen der Kalimba, einem afrikanischen Daumen-klavier, machen neugierig auf weitere ungewohnte Klangerlebnisse. Die gibt es unter an- derem im Stück „Labsal“, zu dem Bandleader Rainer Kröhn gemeinsam mit dem Publikum das Mantra „Lass’ allen Ballast sofort akut los“ anstimmt, bevor der Mannheimer auf seiner halbakustischen Gitarre groovige und bluesige Akkorde zaubert.

 

Der weltmusikalische Fingerabdruck der drei aus der Pfalz, der Türkei und aus Brasilien stammenden Musiker changiert zwischen getragen-beschwingt, temperamentvoll-treibend und meditativ-fließend. Percussionist Jose Pedro liefert die Basisarbeit mit Latinorhythmen und frei assoziativer Klangmalerei. Er bedient diverse Rhythmusinstrumente wie Tambourin, Darbuka und Spiralbecken und kreiert wohlgesetzt spezielle Wind- und Wassereffekte mit Shakern und den Metallperlen einer Ocean Drum. Mit seiner Berimbau, einem brasilianischen Capoeira-Instrument – der einsaitigen „Mutter aller Saiten“ – groovt er klanglich zwischen Maultrommel und E-Gitarre.

 

Rainer Kröhn, der auch als Schriftsteller tätig ist, moderiert das Konzert mit launigen bis kritischen Anmerkungen zu den Titeln der Stücke, die mitunter Initialwörter sind und unter-schiedliche Lesarten zulassen, so wie „BASF“ („bietet Arbeit, sichert Fortschritt“). Andere tragen bizarre Titel wie „Heimische exotische Früchte“. Südländisch und mit rasanter Flamenco-Attitüde kommen „Kairos – der wunderbare Augenblick“ und „Olà, amor, olà“ daher. Stücke wie der „Schobbe-Blues“ wirken dagegen eher entschleunigend.

 

Windflüchter werden Sträucher und Bäume genannt, die der Wetterseite abgeneigt wachsen und zuweilen bizarre Formen annehmen. Wie die Pflanzenwelt lässt sich auch die Band in ihrer Ausrichtung gerne von der Natur und deren Launen inspirieren. „Bodensee“ etwa malt dem wechselnden Wetter und Wellengang am schwäbischen Meer ein musikalisches Aquarell, und in „Wo ist Yoga?“ durchmisst das Trio gar die unendlichen Weiten des Weltraums. Besonders gefällig ist das Stück „Vom Orient zum Okzident“, in dem der gebürtige Istanbuler Bora Korkmaz mit seiner Querflöte traditionelle orientalische Melodielinien von suggestiver Kraft mit folkmusikalischem Drive und Anklängen an die europäische Klassik verbindet.

 

Die Musik des Trios aus drei Kontinenten wirkt wohltuend, weht wie eine frische Brise durch Klangwelten und Kulturen und kommt dabei ganz ohne Texte aus. Sinn und Sinnlichkeit der Windflüchter-Musik liegt in ihrem ungewöhnlichen Sound, der der Flüchtigkeit und Vergänglichkeit frönt und gegen Ende eines Stücks oft poetisch entschwebt.

10 Juni 2018 - Windflüchter

zu Gast im Hack Museumsgarten

    -  Link zu  Norbert Hufler -

Die Windflüchter waren schon 2013 & 2016 bei uns. Diesmal verzauberten uns die Cellistin I-Chiao Wang & der Gitarrist Rainer Kröhn mit der Uraufführung der  "Ludwigshafener Suite", Klassik trifft auf Weltmusik.

 

Die Virtuosität der beiden Musiker bewegte die Zuhörer dermaßen, dass sie nach Ende fast jeden Vortrages beinahe vergaßen, Beifall zu spenden; so, als wenn das Klatschen die Träumerei stören würde. Ich selbst verlor mich mit geschlossenen Augen in dieser traumhaften Musik und vergaß beinahe, die Augen wieder zu öffnen...

 

Nicht nur das Zusammenspiel erfreute auf diesem hohen Niveau, auch improvisierte Wang sehr oft (wie Rainer später verriet): und das mit einer könnerischen Inbrunst, die keinen merken ließ, dass dies nicht auswendig gelernte Folgen von Tönen waren. Manch einer der Gäste bemerkte kaum die Hitze, die über unserem Garten brütete, so sehr waren sie in dieses herrliche Musik vertieft.

 

Ganz herzlichen Dank ihr beiden für diesen wundervollen Nachmittag!    Norbert Hufler

Kulturtupfer Otterstadt - Muttertagskonzert 13.05.18 

Biographie der Windflüchter

 

Jose Pedro

José Pedro kommt aus Itapuã, ein kleiner idylischer Ort an der Lagoa dos Patos in Süd- Brasilien. So ist das Grundgerüst seiner musikalischen Formation die Folklore dieser Region. Eine Musik, die sehr vom Gitarrenspiel geprägt ist. Als Junger Artist zieht José Pedro in die nahe gelegene Hauptstadt Porto Alegre und lernt dort bald andere Musiker kennen. Mit dem Duo José Pedro e Claudia beginnt seine Musiker-Laufbahn.

 

Mitte der 80er kommt José Pedro nach Deutschland. Hier kann man seine Texte nicht verstehen. Die neue Situation und der Kampf ums Überleben erfordern eine sofortige Handlung. So packt er seine Gitarre in den Koffer und widmet sich den brasilianischen Rhythmen. Der Große Meister Dom Um Romão wird sein Percussionlehrer. Das Pandeiro ist jetzt sein ständiger Begleiter. In einem Musikwettbewerb in Düsseldorf spielt José Pedro wieder Gitarre, singt und wechselt zwischen der Gitarre und seinem riesigen Percussionset hin und her. Das Publikum ist fasziniert und die Jury gibt ihm den 1.Preis.

 

Durch den Gewinn des Wettbewerbs werden sehr viele Türen geöffnet. Es folgen Rundfunk-und TV-Auftritte sowie viele Einladungen in unterschiedlichsten Musikprojekten mitzuwirken, darunter das Traumtheater Salome und Cirque du Soleil. Jose Pedro wird vom Dirigenten Friedbert Haus eingeladen als Solist im Clara Schumann Orchester aufzutreten. Mit Gitarristen zu spielen wird im Lauf der Zeit zu seiner Spezialität. Nach vier Jahre Aufenthalt in Kolumbien entsteht seine solo Album Viagem (Reise). Eine musikalische Reise durch die Anden, den Amazonas, durch die Strassen Südamerikas. Die Stücke wurden teilweise draussen oder im Urwald aufgenommen. Alle Klänge die aus dieser Platte kommen sind echt oder wurden von Hand gemacht.

 

Bora Korkmaz

Der aus der Türkei stammende Flötist Bora Korkmaz begann sein Studium 1989 an der Hochschule für Musik Istanbul. 1995 erhielt er den zweiten Preis beim "British Council Young Musicians Competition", woran sich ein Studium am "Royal Northern College of Music Manchester" schloss. Dort studierte er bei Peter Lloyd. 1998 wurde er Soloflötist beim Istanbuler CRR Sinfonieorchester. Im gleichen Jahr gewann er beim "Lions International Flute Competition".

Von 1999 bis 2003 studierte er an der Musikhochschule Trossingen bei Prof. Gülsen Tatu Querflöte und bei Prof. Diethelm Jonas Kammermusik. Danach machte er seine solistische Ausbildung bei Prof. Jean-Michel Tanguy in Mannheim und bei Patrick Gallois in Paris. Orchestererfahrungen sammelte er als Soloflötist bei Konzerten in Luxemburg, Österreich, Deutschland, in der Schweiz, beim SWR Kaiserslautern und an Heidelberger Theater. Er besuchte Meisterkurse von Michael Koffler, Andrea Lieberknecht, Peter-Lukas Graf und Aurele Nicolet. Bora Korkmaz tritt regelmäßig beim "New Music Festival" an der California State University auf und gibt in diesen Rahmen Meisterkurse.

 

I Chiao Wang

I Chiao Wang wurde in Tainan - Taiwan geboren. Schon im frühen Kindesalter begann ihre musikalische Ausbildung. Im Alter von 4 Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Mit 9 Jahren nahm sie ihren ersten Cello-Unterricht. Im Jahr 2004 bekam sie die Zulassung für Tainan National University of the Arts und wurde dort mit dem zweiten Platz für ihre herausragende Leistung beim Vorspiel ausgezeichnet. An der Universität spezialisierte sie sich auf das Cello und wurde von Prof. Voctor Shpiller, den ehemaligen Schüler von Mstislav Rostropovich, unterrichtet. Im Zeitraum von 2004 bis 2011 nahm sie aktiv an Musikfesten im In- und Ausland teil.

Sowohl 2007 als auch 2008 war sie Teilnehmerin beim „Musikalischen Sommer In Ostfriesland“. Dort bekam sie für ihr Spiel von dem Professor der Frankfurter Musikhochschule Gerhald Mantel große Anerkennung und wurde darüber hinaus als Musikerin für das Abschlusskonzert ausgewählt. 2013 wurde sie für die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen sowie die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim zugelassen. Sie wählte die letztere und erhielt dort Unterricht bei Prof. Michael Flaksman. Des Weiteren besuchte sie den internationalen Meisterkurs Gengenbach unter der Leitung von László Fenyő, Professor an der Musikhochschule Karlsruhe und wurde zudem für die Aufführung von Chopins Cello-Sonate im Musée du Jouet de Colmar ausgewählt.

Im Jahr 2016 hat sie mit Bestnote (Note 1) den Master an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim abgeschlossen. Noch im selben Jahr wurde sie zum Zusatzstudium "Orchester Solist" unter der Leitung von Jan Ickert, Professorer Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, und Zoltán Paulich, Oper Stuttgart Solo-Cellist, zugelassen. Unterricht erhielt sie zudem bei Meistern wie Alain Meunier, Gerhard Mantel, Klaus Storck, Christoph Henkel, Stanislaw Firlej, Csaba Onczay, Manuel Fischer-Dieskau, László Fenyő und Sabine Krams.

Seit 2017 unterrichtet sie bei der TonArte Musikschule & Coaching in Mannheim.

 

Rainer Kröhn

Rainer Kröhn wird in Neustadt an der Weinstraße geboren. Ein waschechter Pfälzer wird er nie, da zu Hause Hochdeutsch gesprochen wird. Bei einer Großmutter als Klavierlehrerin liegt ihm die Musik im Blut. Sein erstes Instrument war daher die Heimorgel. Erste Erfahrungen machte er mit einer Cover-Band als Keyboarder. Daneben hat er seine Wurzeln im Folk – Zupfgeigenhansel. Akkordeon und Flöte spielte er bei der Folkband „Zwulch“. Parallel dazu brachte er sich das Gitarre spielen bei und spielte in diversen Bands.

Seit frühster Jugend schreibt er eigene Stücke. Mit dem Bernstein-Duo (2 Gitarren) gab es das erste komplett eigene Programm. Die Band erweiterte sich zu den Bernsteins, die Rock mit pfälzischen Texten spielten. Später entstand mit Windflüchter ein neues Gitarrenduo. In dieser Zeit entstanden zwei CD „Mannheimer Suite“ und „tonlandschaft“ In aktuellen Projekten - Trio: Percussion, Querflöte, Gitarre), Duo: Cello, Gitarre und als Solist: Gitarre sind die Windflüchter mit ihrer jazzigen Weltmusik auf vielen Konzerten zu hören. So z.B. Ende Juli im Jazzhaus Heidelberg. Alle Stücke sind von Rainer Kröhn komponiert. Seine schöpferische Ader ist immens und das Komponieren ist sein Lebenselixier.

 

Bericht über unser Konzert im Hack Museumsgarten am 08.07.16 in Ludwigshafen